Das Zentrum und sein Team

Das Zentrum für evangelische Predigtkultur gibt es seit 2009. Im kleinen Cranach-Hof direkt am Markt in Wittenberg arbeiten wir daran, die Leidenschaft für das Predigen zu intensivieren.
 
 
v.l.n.r. Dietrich Sagert, Matthias Nebelung, Kathrin Oxen, Sabine Lieske


Wir möchten:

 
  • die Lust an der Predigt fördern durch verschiedene Werkstattformate für diverse Zielgruppen
  • die Sprache und Kultur der Gegenwart erkunden und zu der Predigtrede in Beziehung setzen
  • zur Vernetzung von Menschen beitragen, die in unterschiedlichen Kontexten das Predigen lehren: kirchlich & universitär, national & international, ökumenisch

 


Kathrin Oxen

Leiterin des Zentrums

Pfarrerin, geb. 1972 in Neustadt/H., Studium der ev. Theologie in Wuppertal und Berlin, von 2004-2012; Pfarrerin der ev.-reformierten Kirche in Mecklenburg-Bützow; Absolventin der "Meisterklasse Predigt" des Atelier Sprache e.V., Braunschweig; 2009 Auszeichnung mit dem Ökumenischen Predigtpreis für die "Beste Predigt"; Autorin und Herausgeberin für Göttinger Predigtmeditationen, Predigtstudien, Lesepredigten "Er ist unser Friede" u.a., Radiobeiträge im MDR und auf Deutschlandfunk Kultur; Ausbildung zum Systemischen Coach
 

Dr. Dietrich Sagert

Referent für Redekunst/Rhetorik

geb. 1963, Kulturwissenschaftler, Theaterregisseur
cura homiletica : Predigt-Auftritt-Üben
Programm: Passagen, Nach Luther, Augustinus
Bücher: Vom Hörensagen (2014), Versteckt (2016)
Material: Homiletisch-liturgische Exkursionen,
Homiletische Hörboxen, Blog
Vita/Presse
 

Sabine Lieske

Mitarbeiterin im Sekretariatsdienst

Sie ist Diplomlandwirtin und war im Pflanzenbau tätig, später im Landmaschinen-Großhandel als Büroangestellte. Seit September 2012 arbeitet Sabine Lieske beim Zentrum für evangelische Predigtkultur.
 

Matthias Nebelung

Mitarbeiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Redakteur "Predigten auf Evangelisch.de"

Kaufmann, geb. 1980 in Lutherstadt Wittenberg, von 2009-2016 Aufbau und Administration der Paul Gerhardt Diakonie-Akademie Wittenberg, seit Dezember 2016 am Predigtzentrum.
  

freie Mitarbeiter

Mit folgenden freien Mitarbeitern arbeiten wir regelmäßig zusammen:
 

Tanya Häringer

Tanya Häringer absolvierte ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg und hat mit Magister abgeschlossen. Seit 1993 hatte sie Engagements als Schauspielerin an verschiedenen Theatern, unter anderem in Basel, Salzburg, Bremen und Erlangen.
Seit 2010 arbeitet sie als Rhetorik-Coach und leitet deutschlandweit Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche aus christlichen Kirchen. » www.tanyahaeringer.com

 

Natürlichkeit und Authentizität


Um gehört zu werden brauchen Sie den richtigen Atem, eine gute Artikulation, eine Interpretation und Sie müssen sich im Raum präsentieren. Das alles können Sie in einer geschützten Arbeitsatmosphäre erproben.
In einer sehr individuellen Arbeit möchte ich Ihnen das Gefühl vermitteln sich zu vertrauen, sich anzuvertrauen, ich möchte Sie ermutigen Sie selbst zu sein, dass Sie sein dürfen in Ihrer Individualität.
Sehr praxisorientiert erarbeiten wir die Grundlagen von Körpersprache und Textgestaltung. Ihre Bedürfnisse, Schwierigkeiten und Stärken stehen dabei im Mittelpunkt. Ihre Sprechweise, Haltung und der Einsatz von Gestik erhalten durch die Arbeit Natürlichkeit und Authentizität.
 

 

Lars Hillebold

Predigtcoach
geb. 1972 in Kassel, ev. Theologe, Studium in Heidelberg und Bern; Ausbildungen in der Meisterklasse Atelier Sprache e.V., in systemischer Beratung und zum Predigtcoach; Repetent der Hess. Stipendiatenanstalt, Gemeindepfarrer in Oberweser und Kassel-Bad Wilhelmshöhe. Seit 2018 Leiter des Referats „Gottesdienst, Kirchenmusik und theologische Generalia“ sowie Studienleiter der Arbeitsstelle Gottesdienst der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck. Referent für dramaturgische Homiletik. Co-Leitung der Predigtcoaching-Ausbildung am Zentrum für Predigtkultur. Autor, Moderator. www.predigtcoach.de


Wertschätzend predigen
Schätze predigen. Das sind die Menschen, die reden und hören. Es sind die Texte, die sprechen und bewegen. Lebensgeschichten treffen zwischen Kanzeln, Kirchenbänken und Papierseiten aufeinander. Unter Predigtcoaching verstehe ich wertschätzend zu erkunden, mit welchen Stärken Menschen predigen und die das noch vertiefen wollen. Ein Coaching ist wie eine behutsame Kutschfahrt, auf der wir miteinander erfahren, was wie für eine spannungsvolle Rede mit einem guten Auftritt bei dem Einzelnen wirksam ist. Es fängt für mich bei dem an, was stark ist an Theologie, Sprache, Ideen und guten Erfahrungen. So werden auch Dinge veränderbar, die man manchmal als Schwäche beschreibt. Haupt- und ehrenamtliche Predigerinnen und Prediger entfalten, was vielleicht noch verborgen ist, was manche sich trauen möchten und erträumen. Es ist wie ein in einer Truhe geborgener Schatz, der im Innern schon glänzt und vielleicht geöffnet werden will. Ich glaube, dass es in jeder Prediger*innenbiografie Schlüsselfaktoren gibt, die belebend sind. Das gilt für die, die gerne predigen und vor neuen Herausforderungen in bestimmten Ämtern stehen. Es eignet sich für die, die ungern vor dem leeren Blatt Papier sitzen und denen der sonntägliche Gang auf die Kanzel schon seit der Examenspredigt nicht leicht fällt. Mein Ziel in einem Predigtcoaching ist, dass wir in uns in die Richtung entwickeln, worauf Sie gerne ihre Aufmerksamkeit richten. Wir schätzend wert, wer da ist, was Sie mitbringen und wohin Sie sich entwickeln wollen.      
 

Felix Ritter

Felix Ritter hat in Giessen das Studium der angewandten Theaterwissenschaft mit Diplom abgeschlossen. Er unterrichtet Dramaturgie und Concept Development am SNDO (Schule für neue Tanzentwicklungen) an
der Hochschule der Künste in Amsterdam. Er betreut dort auch als Dramaturg verschiedene Produktionen des zeitgenössischen Theaters. Es war schon immer spannend für Felix Ritter, mit der Grenze von Bühne und Wirklichkeit zu spielen. Darum ist er seit zehn Jahren Coach für Authentizität und Kommunikationsstrategien.
Er ist Trainer der ZDF Fernsehgottesdienste, Dozent an den Predigerseminaren Heidelberg, Wittenberg und Loccum. Er leitet Workshops in verschiedenen Kirchenkreisen in Deutschland und Österreich. Auf Kirchentagen und Großveranstaltungen bietet er Körpertraining an und hat für das Zentrum für Predigtkultur den Workshop „Predigen wie TED“ entwickelt.

 

Wandeldne Worte


Viele Menschen sprechen über Dinge, von denen sie denken, dass sie ihr Publikum interessieren könnte.
Dabei kennen die mich doch gar nicht. Woher wollen sie wissen was mich berührt oder inspiriert? Viel wahrscheinlicher ist es, dass mich das interessiert was dich begeistert oder antreibt. Echte Begeisterung
ist ansteckend.
An Universitäten haben wir gelernt, eine Fragestellung zu diskutieren und vorzutragen. Ich möchte einen Schritt weitergehen. Wer sein Thema verstanden hat, sollte eine Idee formulieren. Ideen haben die Kraft, mein Leben zu bereichern. Menschen hören gerne zu, wenn sie das Gefühl haben, dass es ihnen weiterhilft. Predigt kann das auch. Manchmal hat die Predigt eine klare Botschaft, aber sie wird nicht ausgesprochen, weil man niemanden zu nahe treten will. Das ist jammerschade. In meinen Kursen suchen wir ein direktes, persönliches,
überraschendes, mutiges, innovatives Sprechen von Gottes Wirken in uns. Wir lassen uns dabei von unserem Körper helfen, der oft mehr weiß, als der Geist ihm zutraut.
 

Jens Schäfer

Jens Schäfer studierte Schauspiel in Frankfurt am Main. Er debütierte 1990 als Oswald in Robert Wilsons Lear Inszenierung am Schauspiel Frankfurt. Engagements führten ihn u. a. an das Staatstheater Darmstadt, das Schauspiel Frankfurt, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, sowie an das Deutsche Theater Berlin. Neben eigenen Regietätigkeiten ist er seit 1999 auch regelmäßig in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.
 

Die Kunst der denkenden Rede


Wenn ich von der Kunst der denkenden Rede spreche, meine ich damit vor allem eines: meinen Vortrag, meine Rede, meine Predigt so zu gestalten, dass meine Zuhörer im Moment meines Sprechens unmittelbar teilnehmen an der gedanklichen Entwicklung meines im Vorfeld geschriebenen Textes. Gelingt mir dies mit einer angemessenen Leichtigkeit, gewinnen meine Zuhörer zugleich Raum und Freiheit, während ihres mitdenkenden Nachvollziehens meiner verfertigten Gedanken, diese im Moment zu reflektieren, ihnen gegebenenfalls innerlich zu widersprechen, sich von ihnen berühren oder auch mitreißen zu lassen. Selbst wenn am Ende nicht alle bis ins Letzte von meinem Gedankengebäude oder meinen Schlussfolgerungen überzeugt sein mögen, ich werde auf jeden Fall als kompetenter Redner überzeugen. Damit mir die Kunst der denkenden Rede gelingt, bedarf es einiger Voraussetzungen und Fertigkeiten, die selbst für große Talente nicht einfach so vom Himmel fallen. Selbst die von uns bewunderten Redner oder Prediger tun vor allem eines: immer wieder üben, reflektieren, feilen, sich verfeinern. Die Instrumente unseres Geistes, unser Körper, unsere Stimme, unser Denkvermögen, unsere sprachliche Gewandtheit, möchten stets aufs Neue richtig gestimmt, in Schwingungen versetzt werden, möchten sich ausdifferenzieren, anreichern und weiter entwickeln.